Andalucia Bike Race & Cape Epic

26.03.2015 09:55

Meinen Start in die Rennsaison 2015 habe ich mir zugegebenermaßen anders vorgestellt als es gelaufen ist. Nach einer perfekten Vorbereitung im Winter kam als Erstes das Andalucia Bike Race, ein sechs Etappen umfassendes Etappenrennen in Spanien. Zusammen mit meinem Teamkollegen Daniel startete ich bei diesem Rennen. Das Starterfeld in Spanien war unglaublich stark besetzt und so wurde gleich vom ersten Tag an ein unglaubliches Tempo angeschlagen. Wie auch bei den folgenden Etappen fehlte mir zu Beginn der Etappen aber noch die Rennhärte und so kam es, dass ich auf den ersten Kilometern oft im Stau stand und viel Zeit verlor. Im Laufe der Etappen mussten wir dadurch wieder unzählige Plätze gutmachen. Auf den ersten drei Etappen lief es dann noch so halbwegs für uns und wir konnten immer in den Top 10 mitfahren. Unglücklicherweise hatte ich aber gleich am ersten Tag einen Sturz, bei dem, wie sich später herausstellte, eine meiner Rippen angeknackst wurde. Von Tag zu Tag hatte ich dadurch immer mehr Probleme beim Atmen. Am vierten Tag wurden dann aber ohnehin all unsere Ambitionen auf ein gutes Resultat in der Gesamtwertung begraben, hatten wir doch auf dieser Etappe drei Plattfüße zu beklagen. So beschlossen wir die restlichen zwei Etappen noch als Training fertig zu fahren. Leider wurde unser Team aber auch an diesen beiden Tagen vom Pech nicht verschont, brach sich doch Teamkollege Markus Kaufmann bei einem Sturz das Schlüsselbein. Dadurch fiel er auch für das Cape Epic aus, und so musste kurzfristig ein Ersatzmann für mich gefunden werden, da mein eigentlicher Partner Daniel für Markus einsprang.

Zum Glück fand mein Team diesen Partner für mich, und somit stand meinem ersten Start beim legendären Cape Epic nichts mehr im Weg. Leider fing ich mir nach Andalusien aber noch eine unangenehme Verkühlung ein, und somit flog ich etwas angeschlagen nach Südafrika. Das sommerliche Klima und sechs verbleibende Tage bis zum Start des Epics reichten aber aus um gesund an den Start des Prologs gehen zu können. Vor einer genialen Kulisse und auf einer wunderschönen Strecke direkt am Tafelberg in Kapstadt startete ich mit Matthias in das Epic. Beim Prolog erwischte ich nicht meinen besten Tag und so musste ich während der 50 min. extrem leiden. Dennoch konnten wir den Prolog auf Platz 16 beenden, das stimmte uns auch zuversichtlich, denn schließlich wird das Epic nicht beim Prolog entschieden.

Am zweiten Tag folgte dann gleich die Königsetappe mit 2800hm und 115km. Wieder erwischte ich nicht den besten Start, doch ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen, denn schließlich dauerte das Rennen noch lange genug. Im Laufe der Etappe arbeiteten Matthias und ich uns immer weiter nach vorne, sodass wir gegen Ende bereits in den Top 10 waren. Leider schwanden bei Matthias dann auf den letzten Kilometern die Kräfte, sodass wir auf Platz 14 zurückfielen. Wir waren dennoch zufrieden, konnten wir doch in der Gesamtwertung einige Plätze gut machen.

Auf der zweiten Etappe erlebte ich am Start den wohl stärksten Wind, den ich je bei einem Radrennen gespürt hatte. Bereits im Flachen riss es das Feld auseinander und wir fanden uns in einer Verfolgergruppe wieder. Leider kam dann nach 2h aber bei Matthias der völlige Einbruch. Nur mehr ganz langsam konnte er die restlichen 50km in das Ziel fahren, und so beendeten wir die Etappe mit über einer Stunde Rückstand. Es war schlimm ihn so leiden zu sehen. Am Abend stellten sich bei ihm dann leider auch noch Magenprobleme ein, sodass er auch nichts essen konnte.

Auf der dritten Etappe beschloss ich dann bis zur ersten Verpflegungszone hinter der Spitze zu fahren um unser zweites Team im Notfall supporten zu können. Mir gelang es auch sehr gut in Schlagdistanz zur Spitze zu bleiben. Beim der ersten Verpflegungszone wartete ich dann auf Matthias. Er kam völlig erschöpft zur Zone und beschloss das Rennen zu beenden, was unter diesen Umständen sicher die richtige Entscheidung war. Ich setzte das Rennen fort und war ab diesem Zeitpunkt als Outcast Fahrer unterwegs.

Während der restlichen vier Etappen versuchte ich einen guten Mix aus Rennen fahren und Training zu finden. Am letzten Tag, der finalen Etappe nach Meerendal, beschlossen meine Outcast Kollegen und ich noch einmal so richtig Gas zu geben. Fünf Minuten hinter dem ersten Startblock starteten wir wie in ein Cross Country Rennen. Schnell überholten wir die ersten Fahrer und es machte richtig Spaß am Limit Rennen zu fahren. Nach knapp 4h konnte ich dann vor einer unglaublichen Kulisse in Meerendal in das Ziel einfahren. Es war wirklich ein super Gefühl mein erstes Epic zu Ende gebracht zu haben, wenngleich mir dies mit meinem Partner an der Seite natürlich lieber gewesen wäre.

Dennoch kann ich von dieser Woche sicher sehr viel mitnehmen, ist dieses Rennen doch auf Grund seiner Härte mit keinem anderen Rennen zu vergleichen. Hitze, Staub, der Untergrund und die Länge der Etappen machen es nicht umsonst zum härtesten aller Etappenrennen. Für nächstes Jahr weiß ich jetzt aber was mich erwartet, somit kann ich mich noch besser vorbereiten.